In der Selbstständigkeit Rücklagen bilden, besonders wichtig für Frauen

Jessica Knackstedt

Gastbeitrag von Jessica Knackstedt

In der Selbstständigkeit ist es von großer Wichtigkeit Rücklagen zu bilden, denn das nimmt uns in der Selbstständigkeit keiner ab. Wir sind für uns selbst verantwortlich.

Es gibt drei große Blöcke, bei denen es Sinn ergibt, Rücklagen zu bilden.

Erstens: Rücklagen bilden für die Steuer

Und da müssen wir eigentlich über zwei Unterpunkte sprechen. 
Denn es geht zum einen um die Rücklage für die Umsatzsteuer d.h. auf meine Einnahmen erhalte ich die Mehrwertsteuer und ich bin dazu verpflichtet diese als Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. In den ersten zwei Jahren der Selbstständigkeit muss ich dies monatlich über die Umsatzsteuervoranmeldung tun. Daher empfiehlt es sich, von Anfang an die Mehrwertsteuer die ich einnehme zu separieren.
Zum anderen geht es um die Steuer, die wir auf unser abgeschlossenes Geschäftsjahr zahlen. Das ist in allen Fällen die Einkommenssteuer, es können aber auch noch Gewerbesteuer und/oder Körperschaftssteuer hinzukommen, je nach Gesellschaftsform. Diese Steuer komm nur einmal im Jahr und daher ist es noch wichtiger für diese Rücklagen zu bilden. Hier sollte ich ganz realistisch einschätzen, wie hoch wird meine Steuerlast sein und diesen Betrag sollte ich mir auch von Anfang an zur Seite legen.
Und wenn ich nun für alle Steuern Rücklagen gebildet haben, kann es gut sein, dass bereits 50% meiner Einnahmen davon betroffen sind.
Je nachdem wie deine Ausgaben Situation ist, kannst du ja auch deine Vorsteuer, die du ausgibst, verrechnen und deine Betriebsausgaben absetzen. Doch ich bin der Meinung, lieber am Jahresende Geld über haben, als das auf dem Rücklagenkonto zu wenig Geld liegt. Denn das Finanzamt kennt bei Steuerschulden keinen Spaß.

Steuer-Rücklagen bilden

Zweitens: Rücklagen bilden für Investitionen

Was meine ich mit Investitionen? Dabei geht es nicht nur darum, dass ich mal einen neuen Computer benötige oder eine teure Software nutzen will. Auch meine Weiterbildungen zählen hier drunter.
An den Computer, der nur eine Lebensdauer von fünf Jahren hat oder an unsere Software, die wir jährlich aktualisieren müssen und dort einen Lizenzgebühr hinterlegen müssen, denken wir. Aber, dass wir uns auch weiterbilden müssen, da wir der Experte in unserem Gebiet sind und auch bleiben wollen, dass vergessen wir dann ganz gerne. Doch wir sollten uns unbedingt weiter qualifizieren und das kostet Geld. Also auch hier solltest du – und das würde ich immer als Verhältnis zu deinem Einkommen setzen – dir Rücklagen schaffen.
Ich empfehle dir zum Jahresbeginn eine Aufstellung zu erstellen, welche Investitionen kommen in den nächsten drei Jahren auf dich zu. Sowohl für Hardware, Software und welche Qualifikationen würde ich gerne noch erwerben. Mit diesen Punkten erstellst du dir eine Kalkulation auf und rechnest es auf den Monat herunter. Diesen Betrag legst du dir ebenfalls zurück.

Rücklagen für Weiterbildung

Drittens: Rücklagen bilden fürs Alter

Gerade als Frau, mit Kindern und eine Teilzeittätigkeit, vernachlässigen wir das Thema Altersvorsorge sehr gerne. Doch gerade für uns ist es unfassbar wichtig. Ich weiß, das Einkommen ist schon reduziert und dann auch noch etwas fürs Alter weglegen scheint unmöglich. Doch auch mit kleinen Beträgen lässt sich etwas erreichen. Wenn ich mit 30 Jahren 200 EUR zurücklege müsste ich mit 50 schon 600 EUR zurücklegen, um die gleiche Rente zu erhalten. Dies ist jetzt natürlich sehr vereinfacht dargestellt, soll dir aber zeigen, dass es sich lohnt, zeitig mit dem Kapitalaufbau zu beginnen, damit das Geld auch für dich arbeiten kann. Und dabei ist egal, ob du eine Rentenversicherung abschließt, eine Kapitalanlage erwirbst oder in ETFs investierst, Hauptsache du tust etwas für dein Alter.

Daher meine Zusammenfassung für dich

  1. lege Geld für deine Steuer zurück
  2. lege Geld für Investitionen zurück
  3. lege Geld für deine Rente zurück

 

Wer schreibt denn hier?

Ich bin Jessica, 34, Zwillingsmutter & Unternehmerin. Ich arbeitete bis zu meiner Elternzeit in einer großen Bank und war dort für die private Altersvorsorge und Baufinanzierungen verantwortlich. In meiner Elternzeit habe ich mich selbstständig gemacht und unterstütze Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Wenn du mehr von mir erfahren willst, findest du mich unter jessica-knackstedt.de oder auf Instagram als Zwillingsmutter.unternehmerin.

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Wenn du wissen willst, wie ich Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstütze kannst du hier weiter lesen: Zum Angebot
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Comments · 1

  1. Jap. Ich bin im Moment noch freiberuflich tätig. Ich glaube aber, dass ein Gewerbe langfristig sinnvoller ist, weil ich dann verschiedene Einkommensarten besser verknüpfen kann. ABER das ist auch mehr Aufwand, unter anderem im Steuerrecht. Noch traue ich mich nicht…

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