„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – soviel zur Theorie

Heute – am 23. Mai 2019 –  steht es seit genau 70 Jahren schwarz auf weiß in unserem Grundgesetz: Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

70 Jahre – gerade EINE Generation, noch nicht mal ganz. Auch wenn wir uns heute nicht mehr vorstellen können, dass wir PER GESETZ einmal nicht gleichberechtigt, auf Augenhöhe und mit dem selben Wert bemessen den Männern unseres Landes gegenüber gestellt waren. So ist es doch für unsere Omas in ihrer Jugend noch Realität gewesen. Zu unserem Glück gab es damals – am 23. Mai 1949 – bereits starke Frauen, die für die Rechte unseres Geschlechts eintraten. Und so wurde der Art. 3, Abs. 2 – „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ ins Grundgesetz aufgenommen. Das hieß natürlich mitnichten, dass dieser Artikel auch so gelebt wurde, aber der erste Grundstein war gelegt. Vieles, was damals schon auf ihrer  Agenda stand, ist heute aktueller denn je.

Begeben wir uns ihnen zu Ehren auf eine kleine Zeitreise:

Die Mütter des Grundgesetzes

Besonders hervorzuheben sind 4 Frauen, die sogenannten „Mütter des Grundgesetzes“, die sich damals im Parlamentarischen Rat für den Art.3, Abs. 2 für die Frauenrechte einsetzten:

Friederike „Frieda“ Nadig: Sie war eine der Streiterinnen für die Gleichberechtigung der Frauen. Ihre Argumente waren, dass die Frauen nach dem zweiten Weltkrieg maßgeblich für die damaligen Versorgungsleistungen der Familien verantwortlich waren. Sie forderte über die staatsbürgerliche Gleichstellung hinaus auch die Gleichstellung im Familien- und Eherecht. Zudem forderte sie „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ – womit sie scheiterte.

Noch heute – 70 Jahre später – gehen Frauen und Männer am „Equal Pay Day“ noch für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern auf die Straße und machen auf diesem Missstand aufmerksam.

Elisabeth Selbert: Sie stellte den Antrag die Formulierung „Frauen und Männer sind gleichberechtigt“ ins Grundgesetz aufzunehmen. Dieser wurde allerdings vom Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates abgelehnt. Sie lässt es aber nicht auf sich beruhen und wendet sich an die Presse und an die Öffentlichkeit. Daraufhin gab es einen Ansturm an Beschwerden auf den Parlamentarischen Rat, der dem öffentlichen Druck nachgab und daraufhin den Gleichheitsgrundsatz als Grundrecht in die Verfassung aufnahm.

Helene Weber: Sie wurde 1948 in den Parlamentarischen Rat gewählt, um an dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mitzuwirken. Sie war, neben Helene Wessel, skeptisch gegenüber einer umfassenden Gleichberechtigung von Männern und Frauen, war aber trotzdem daran beteidigt den Art.3 Abs.2 ins Grundgesetz aufzunehmen.

Und? Was hat es gebracht?

1948 waren diese 4 Frauen neben 61 Männern im Parlamentarischen Rat tätig. Hut ab Ladies! Das braucht Courage 😉

Heute sind im deutschen Bundestag 709 Abgeordnete, davon 222 Frauen. Der Frauenanteil ist also in den letzten 70 Jahren deutlich gestiegen, ist aber mit 31,3 % immer noch nicht ausgeglichen. Und dies hier sind nur Zahlen. Zahlen, die sich auf Anteile in öffentlichen Ämtern beziehen. Die Gleichstellung in der Familie, die Anerkennung und Wertschätzung in der Gesellschaft sind zum Teil immer noch unter ferner liefen. Auch in unserer jetzigen Zeit, in unserem fortschrittlichen Land und emanzipierten Denken, ist es wichtig, auf sich und auch aufeinander Acht zu geben. Diesen Artikel zu leben, seine Bedeutung voll auszuschöpfen und zu ERleben ist ein Privileg, für das unsere Vorgängerinnen hart gekämpft haben.

Wie Du siehst sind einige Themen noch immer aktuell und es liegt an uns diese Themen sichtbar zu machen und nicht so hinzunehmen. Es braucht auch heute noch starke Frauen, die für ihre Ideale losgehen und die Welt ein Stück verändern und verbessern wollen.

Weitere Gedanken dazu findest du auch in unserer Podcastfolge Nr. 12 „Frauen im Business – „belächelt, nicht ernst genommen, diskriminiert?“

Wir freuen uns sehr, wenn du uns deine Gedanken zu dem Thema mitteilst. Schreib gern an: hallo@steffoundfranzo.com

Deine Steffo und Franzo

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